Prof. Dr. Regina Betz
Kreisrunder Haarausfall, Monogene Alopezien
Kreisrunder Haarausfall Alopecia areataBei der AA geht man von einer genetisch komplexen Vererbung mit einer größeren Zahl beitragender Gene aus. Die Krankheitsdisposition wird durch eine variable Anzahl genetischer Varianten vermittelt, deren Effekt auf die Krankheitsentstehung unterschiedlich stark sein dürfte. Auch die individuelle Kombination von genetischen Varianten und die mögliche Interaktion mit exogenen Risikofaktoren wird vermutlich auf die Krankheitsentstehung und den Krankheitsverlauf Einfluss nehmen. Die wissenschaftlichen Studien verfolgen das Ziel, Suszeptibilitätsgene bei der AA zu identifizieren und damit einen entscheidenden Beitrag zur Aufklärung der molekularen Ursachen der AA zu leisten. Die Kenntnis der molekularen Ursachen wird zu einem tiefgreifenden Verständnis der Krankheitsätiologie beitragen und eröffnet perspektivisch die Möglichkeit, therapeutische Strategien zu entwickeln, um den Haarausfall zu stoppen oder das Haarwachstum zu stimulieren. Neben einer erblichen Komponente wird vermutet, dass auch Umweltfaktoren bei der Entstehung oder bei dem Verlauf der AA eine Rolle spielen. Über diese Umweltfaktoren ist allerdings bislang nur sehr wenig bekannt. Wir haben es uns daher zum Ziel gesetzt, neben der erblichen Komponente auch die Rolle von Umwelteinflüssen, z.B. anhand von Fragebögen, zu untersuchen. Monogene Alopezien Erforschung der genetischen Ursachen der monogenen isolierten Alopezien Die monogen vererbten isolierten Alopezien umfassen eine Gruppe klinisch und genetisch heterogener Formen von Haarlosigkeit/-verlust. Die klinische Unterteilung der isolierten Alopezien erfolgt nach Erkrankungsbeginn, betroffenen Regionen und Struktur des Haarschafts. Beide Geschlechter sind gleichermaßen betroffen, die Vererbung ist autosomal-dominant oder autosomal-rezessiv. Eine Therapie für diese seltenen Alopezieformen gibt es bislang nicht, jedoch besteht die Möglichkeit einer molekulargenetischen Diagnostik zur Ursachenklärung und zur Erläuterung des Wiederholungsrisikos.
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