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AG Becker-Gotot

Dr. Janine Becker-Gotot

Regulatorische T-Zellen (Tregs) spielen eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung von Selbsttoleranz und Immunhomöostase, indem sie die Effektorfunktion von T-Helferzellen modulieren. Unsere Gruppe hat kürzlich gezeigt, dass Tregs auch in der Lage sind, B-Zellen auf antigenspezifische Weise zu hemmen und zu modulieren, was auf eine Rolle regulatorischer T-Zellen bei der Regulierung der langlebigen humoralen Immunität hindeutet (Gotot et al, PNAS 2012; Gotot et al, Immunol Cell Biol 2018). Hämophilie A ist eine Blutgerinnungsstörung, bei der ein wichtiger Faktor der Gerinnungskaskade, der Faktor VIII, fehlt, was zu verlängerten Blutungen und spontanen Blutungen in Gelenken und Muskeln führt. Bis heute ist die Proteinersatztherapie der gängige Ansatz, um den fehlenden Gerinnungsfaktor FVIII in voller Länge zu ersetzen. Eine Hauptkomplikation dieser Therapie ist jedoch die Bildung von neutralisierenden Anti-FVIII-Antikörpern (Inhibitoren), die die Gerinnung aufheben und lebensbedrohlich sein können. Inhibitoren treten bei 30 % aller Patienten auf. Um diese Antikörper zu beseitigen, wurde eine Immuntoleranzinduktionstherapie (ITI) entwickelt. Die ITI basiert auf wiederholten Injektionen von hochdosiertem plasmapräpariertem oder rekombinantem FVIII, was bei bis zu 70 % der Patienten zur Wiederherstellung der Immuntoleranz führt. Dennoch sind der Erfolg und die Dauer der ITI schwer vorherzusagen, und die zugrunde liegenden Mechanismen der Immuntoleranz sind noch unbekannt. Daher interessiert sich unser Labor in translationaler Weise für die Identifizierung der zellulären und molekularen Mechanismen, die die Toleranzinduktion während der intratrachealen Infektion (ITI) fördern, um neue Biomarker zu identifizieren die Entwicklung genetisch veränderter T-Zell-basierter Therapien zur Verbesserung der B-Zell-Hemmung die Untersuchung der Auswirkungen verschiedener Nährstoffdiäten und Fusionsproteine im Verlauf der ITI, um die Toleranzeffizienz zu erhöhen. Das übergeordnete Ziel ist es, die noch offene Frage zu beantworten: Wie wird die Toleranz in der Hochzone aufgebaut und kann diese für andere Autoimmunerkrankungen optimiert werden?

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