1. klinisches Semester

Das Physikum ist vorbei, das „Basislager 1“ erreicht und der Spaß des Lebens beginnt. Um der großen Anfangsverwirrung vorzubeugen, möchten wir euch nun in den folgenden kleinen Texten kurz die einzelnen Fächer vorstellen, um das Chaos einzudämmen.
Wenn ihr nun in den nächsten Tagen als eifrige Klinikerstis den Stundenplan sorgfältig studiert, bekommt keine Panik! Das Semester ist in zwei Hälften à acht Wochen geteilt und manche Fächer erstrecken sich nur über eine Semesterhälfte. Nun der Sprung ins kalte Wasser und eingetaucht in die neuen Fächer.
 
Pathologie
Pathologie ist das mit Abstand lern- aber auch lehrreichste Fach im 1.Semester. Die Lehrveranstaltungen gliedern sich in 2 Vorlesungen pro Woche; jede 2. Woche eine Stunde Makroskopiekurs (insgesamt vier Termine) und den Mikroskopierkurs in der ersten Hälfte des Semesters. Wie bereits aus dem Histologiekurs bekannt, verbringt man 2 Stunden im Mikroskopiersaal der Pathologie, in dem man sich verschiedenste Gewebe unter dem Mikroskop anschaut. Pro Kurs werden ca. 10 Präparate hinsichtlich ihrer Histologie, Entstehung, Verlauf, Prognose und Komplikationen behandelt. Zwischendurch gibt es immer kurze Pausen, in denen Fragen an die Tutoren gestellt werden können oder man sich das Präparat noch mal in Ruhe anschauen kann. Hilfreich ist es sich am Anfang des Kurses das Skript zu besorgen, in dem alle Präparate mit klausurrelevanten Besonderheiten aufgeführt sind. Außerdem findet ihr dort auch genügend Platz für alle eure Notizen, sodass ihr nicht alles mitschreiben müsst, was auch anstrengend werden könnte. Neben dem Kurs besteht zweimal wöchentlich die Möglichkeit zum freien Mikroskopieren. Die begleitende Vorlesung erläutert euch die theoretischen Hintergründe und Pathomechanismen der im Kurs besprochenen Krankheiten. Der makroskopische Kurs besteht daraus pathologische Veränderungen am Beispiel von Präparaten vorzustellen. Die Klausur gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil müsst ihr 3 Präparate erkennen und die im Kurs besprochenen Punkte zu jedem Präparat hinschreiben. Im zweiten Teil müsst ihr 4 Fragen frei beantworten (Keine MC-Klausur). Die Bewertung ist sehr fair und auch richtige Ansätze werden belohnt. Also macht euch keine Sorgen!!!
Klinische Chemie und Hämatologie
Zum Aufbau des Fachs: Einmal wöchentlich findet eine absolut empfehlenswerte Vorlesung statt, mit der man nicht nur gut auf das Seminar, sondern auch auf die Klausur vorbereitet wird. Das Seminar wird von verschiedenen Dozenten geleitet, die euch helfen Laborparameter zu deuten und in Fallbeispielen deren Anwendung zu trainieren. Zudem lernt man auch zum ersten Mal die richtige Blutentnahme und die Blutzuckermessung. Am Ende bekommt ihr eure eigenen Blutwerte. Die letzten drei Termine findet der hämatologische Teil des Seminars statt. Der letzte Termin im altbekannten Labor der Biochemie in der Nussallee. Wichtig ist die Mitarbeit in den Seminaren der klinischen Chemikern da in den Seminaren 2 mögliche Punkte vergeben werden. Die Punkte aus den Seminaren helfen euch in der Klausurbewertung. (Bei allen Seminarpunkten plus 60% in der MC-Klausur habt ihr eine 2)
Die Dozenten sind sehr kompetent und bemüht, euch den Kurs interessant und lehrreich zu machen

Biomathe
Die Statistik aus der Schule wieder komplett vergessen? Kein Problem! Der Kurs ist gut organisiert und zum Bestehen gedacht. Das Seminar dient der eigentlichen Lehre. Es werden Übungsaufgaben zusammen gerechnet und besprochen. Die Dozenten sind eurer Gruppe zugeteilt und sehr bemüht euch etwas beizubringen und die Gruppengröße ist so ausgelegt, dass dies auch gelingt. Parallel hierzu läuft die gut organisierte Vorlesung, die in Ilias aufgerufen werden und sogar schon vor der Vorlesung ausgedruckt werden kann, sodass man sich das Mitschreiben spart. Der Kurs findet in der zweiten Semesterhälfte statt und am Ende erwartet euch eine 30 Fragen umfassende MC-Klausur, in die ihr alles an Notizen, Büchern, Unterlagen etc. mitnehmen könnt. Da die Zeit ziemlich knapp ist, empfehlen wir euch die online gestellten Altklausuren zu rechnen und darauf zu achten, dass ihr mit der Zeit auskommt.

Medizinische Informatik
Dieses Fach besteht aus einer Vorlesung, (die seit dem WS 2015/16) nun freiwillig ist, und die euch im Umgang mit Computern, Computer-Bestandteilen etc. schulen soll. Am Ende der Vorlesungsreihe wird eine Klausur (MultipleChoice) geschrieben, die aber in der Regel mit der Fragesammlung und dem Skript gut zu bestehen ist, vor allem, da man zur Klausur unter anderem Aufzeichnungen und Folien mitnehmen darf. Die Klausurnote fließt dann in die Gesamtnote des Querschnittsbereiches Epidemiologie, Medizinische Biometrie und Medizinische Informatik ein, wobei ihr die ersten beiden Bereiche im Fach „Biomathe“ im ersten Semester belegt.

GTE
Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. Die Vorlesung erstreckt sich über beide Semesterhälften, in der euch die Geschichte der Medizin von der Antike bis heute nähergebracht wird. Die Seminare bei den verschiedenen Dozenten haben jeweils einen eigenen Schwerpunkt und beginnen in der zweiten Semesterhälfte. Hier müsst ihr in Gruppen à zwei Personen oder alleine ein Referat halten und eine Diskussion in eurer Gruppe leiten. Außerdem ist die mündliche Beteiligung, wie in der Schule, wieder angesagt. Es lohnt sich, sich im Seminar anzustrengen, da die Seminarnote zu 50% in die Endnote einfließt. Wichtig ist, dass das Seminar nicht Bestandteil der Klausur ist, sondern nur die Vorlesungsthemen abgeprüft werden. Auch hier erwarten euch 26 MC-Fragen am Ende der zweiten Semesterhälfte.

Humangenetik
Ein sehr nettes Fach, indem ihr bereits nach der ersten Semesterhälfte mit einer 30 Fragen umfassenden MCKlausur euer erstes Fach in der Klinik absolviert habt (Hurra!!!). Hier gilt auch wieder Fach = Seminar + Vorlesung. Die Vorlesung gibt euch einen wirklichen Einblick in die Klinik: in der ersten Hälfte werden Erbkrankheiten besprochen und in der zweiten Hälfte werden euch Patienten vorgestellt, die extra in diese Vorlesung eingeladen werden, damit ihr deren Krankheiten kennenlernen könnt. Hier ist kein Frontalunterricht angesagt, sondern ein lebendiges Miteinander. Im Seminar bekommt ihr theoretische Grundlagen der Humangenetik beigebracht. Euch wird ein Skript ausgehändigt, in dem sowohl Seminarthemen, als auch Vorlesungsthemen erläutert werden. Dies ist eine gute Orientierung für die Klausur.

GKU
Der Kurs der Grundlagen klinischer Untersuchung ist eure erste Gelegenheit Untersuchungsmethoden zu erlernen und anschließend am Patienten zu testen. Die Qualität des Kurses ist leider sehr variabel und stark von den jeweiligen Dozenten abhängig. Von sehr lehrreich und interessant bis grottenschlecht und langweilig ist hier fast alles dabei. Auch das Zuspätkommen oder sogar völlige Fehlen von Dozenten kommt schon mal vor. Hier eine Bitte an euch: lasst euch bloß nicht an der Pforte abwimmeln oder belächeln, wenn ihr auf Lehre besteht! Lasst Verantwortliche anrufen und kämpft für euer Recht darauf etwas zu lernen, denn die Dozenten arbeiten an einer Uniklinik und haben schließlich selber einmal was lernen wollen. Der Kurs findet in Kleingruppen à 5 Leuten statt. Als Leistungsnachweis dient ein Logbuch, das sich in zwei Semestern mit Unterschriften füllen soll. Passt gut auf dieses auf, denn es gibt keine andere Form des Nachweises! Genauso wenig gibt es Fehltermine. Da aber fast jede Gruppe eine andere Einteilung hat, ist es meistens kein Problem einen versäumten Termin in einer anderen Gruppe nachzuholen. Unabdingbar für diesen Kurs sind ein weißer Kittel (den könnt ihr euch in den Wäschezimmern der verschiedenen Häuser ausleihen), ein Stethoskop, ein Reflexhammer und eine Augenleuchte.

GKU Innere Medizin
Euer Tag beginnt mit einer Vorlesung, in der Untersuchungsmethoden erlernt werden. Anschließend soll das Gelernte auf eurer Station angewendet werden. Leider neigt die Innere Medizin dazu, dass die Ärzte zu viel mit ihrem normalen Klinikbetrieb zu tun haben, um sich mit euch die vorgegebenen 3 Stunden intensiv zu beschäftigen. Häufig kommt es vor, dass ihr euch alleine mit dem Patienten beschäftigt und am Ende nur eine kurze Besprechung mit dem Arzt erfolgt.

GKU Neurologie
Hier kommt der Hammer zum Einsatz! Dieser GKU lehrt an vier Terminen die richtige Erhebung eines Neurostatus, was auch am Ende der Veranstaltung in einem kleinen Testat abgeprüft wird. In einer Einführungsveranstaltung zu Beginn des Semesters werden die wichtigsten Untersuchungen vorgestellt und demonstriert. Hat man aber den GKU erst zum Ende des Semesters, ist das meiste leider schon wieder vergessen. Auch hier gilt wieder: keine Panik! Alles, was man geprüft wird, wird einem auch vorher beigebracht. Den Dozenten ist es eher wichtig, dass man etwas aus dem Kurs mitnimmt, als dass man der Neuro-Prof wird. Durchfallen tut hier keiner! Für diesen GKU werden die Gruppen auf drei verschiedene Kliniken verteilt: Die Neurologie, Neurochirurgie und die Epileptologie.

GKU Dermatologie
Dieser GKU ist auf 2 Termine aufgeteilt, in denen man ein paar Basics der Haut und ihrer Veränderungen vorgestellt bekommt. Die Dermatologen nehmen sich meist viel Zeit für die Lehre, wovon ihr hoffentlich profitieren werdet. Das größte Anliegen der Dozenten (die auch gerne mal der Ober- oder sogar Chefarzt sind) ist vor allem, dass man nach dem Kurs die verschiedenen Hautveränderungen auseinanderhalten kann und im Falle eines Falles einem Dermatologen am Telefon keinen groben Blödsinn erzählt. (Kleiner Tipp: die Antwort ist entweder Papel oder Cortison…) Am Anfang gibt es eine kleine Einführung, in der Hautveränderungen besprochen werden und anschließend geht es auf die verschiedenen Stationen, um auch ein paar Patienten zu Gesicht zu bekommen (auch hierzu ein Tipp: Psoriasis oder Neurodermitis - und das Beste: Cortison stimmt bei beidem!)

GKU Augenheilkunde
In diesem GKU bekommt man leider so gut wie nie einen Patienten zu Gesicht. Hier sollen Grundlagen allgemeiner Augenuntersuchungen gelernt werden, die dann auch eifrig an den Mitgliedern der Kleingruppen ausprobiert werden. Das Ganze klingt vielleicht nicht so spannend, kann aber wirklich Spaß machen, je nach Engagement des Dozenten und der Kursteilnehmer!

GKU Notfallmedizin
Dieser Kurs findet im SkillsLab statt. Hier liegen unter anderem Puppen, an denen man die Erste-HilfeMaßnahmen üben kann. Es besteht auch (abhängig vom Dozenten) die Möglichkeit das Intubieren einmal auszuprobieren.

GKU Psychosomatik
Dieser GKU ist hervorragend geeignet, um zu lernen, wie man auch bei schwierigen Patienten die richtigen Worte findet. Man übt dies anhand der Erhebung einer Anamnese an einer Mitarbeiterin des Instituts, die wirklich beeindruckend in verschiedene Rollen schlüpft. Die Dozentin gibt Tipps, wie man mit einem Patienten richtig umgeht. Man bekommt bei der Anamneseerhebung ein Feedback, sodass man gezielt die eigenen Fehler angehen kann. Ab und zu hat man die Möglichkeit bei einem „echten“ Patienten die Anamnese zu erheben.