5. klinisches Semester

Psychosomatik
Die Psychosomatik bietet zwei verschiedene Arten von Kursen an. Zum einen gibt es die wöchentlichen freitäglichen Seminare und zum anderen das Wochenend-Blockpraktikum, im vergangenen Semester entweder in Bad Kreuznach, Bad Nauheim oder Bad Neuenahr. Die Kurse Bad Kreuznach und Bad Nauheim fanden in einem einzelnen Block an einem Wochenende statt (Samstagmorgen bis Sonntagnachmittag), der Kurs in Bad Neuenahr an 4 Samstagen halbtägig. Im vergangenen Semester war es so, dass man bei der zentralen Anmeldung angeben konnte ob man lieber einen Wochenend- oder einen Freitagskurs hätte, unter den Anwärtern für die WE-Kurse wurde dann gelost. Es gab etwas Diskussionsbedarf, weil vorher nicht klar war, dass der Kurs in Bad Neuenahr nicht an einem einzigen Wochenende stattfand wie die anderen WE-Kurse, es lohnt sich also daher vor der Anmeldung nochmal bei der Psychosomatik nachzufragen wie welcher Kurs liegt, wenn man darauf angewiesen ist wirklich nur an einem einzigen Wochenende den Kurs zu machen. Die Vorlesung findet freitags vor den Seminaren statt und behandelt die klausurrelevanten Krankheitsbilder, welche dort sehr ausführlich besprochen werden. Die Wochenendeseminare bescheren einem im Semester einen freien Freitag und somit ein langes Wochenende. Die Wochenendkurse sind gut strukturiert und man hat insgesamt genug Zeit um in Kleingruppen mit 3-4 Studenten oder auch alleine (je nach Klinik) Anamnesen bei Patienten durchzuführen und Einblicke in die Therapiemöglichkeiten der Psychosomatik zubekommen. Die Psychosomatiker sind motiviert und machen ausgesprochen gute Lehre, so dass einem das freitägliche Erscheinen nicht allzu schwer fällt. Jeden Freitag erwartet die Studenten ein Patient, bei dem eine ausführliche Anamnese in der Gruppe erstellt werden soll. So konnte man sich im Umgang mit den Patienten sowie in der Kommunikation üben und all die Dinge anwenden, die man sonst nur vom Papier her kennt. Anschließend werden die Anamnese, sowie die Anamneseerhebung besprochen, die Krankheitsbilder kurz anhand des jeweiligen Patientenbeispiels abgehandelt und dann ist die Stunde auch schon rum. Selten kommt Langweile auf, so dass sich durchaus sagen lässt, dass dieser Kurs sich sehr lohnt. Zur Vorbereitung auf die Klausur eignet sich der Stoffkatalog in der Fragensammlung der Fachschaft und zusätzlich werden die Vorlesungen von den Psychosomatikern online gestellt. Mit diesen Materialien sollte die Prüfung gut machbar sein.

 

Psychiatrie
Das Blockpratikum Psychiatrie geht über zwei Wochen, wobei die erste Woche im Zeichen des problemorientierten Lernens steht und in der Uni stattfindet, die zweite Woche dann in die Rheinischen Landeskliniken verlagert wird. In der ersten Woche werden an vier Tagen im Seminarraum der Neurologie/Psychatrie sowohl theoretisch konstruierte Fälle mit einem Oberarzt abgehandelt und durchgesprochen als auch Patienten eingeladen die vor den Studenten über ihre Erkrankung berichten und von der Gruppe und dem Dozenten befragt werden können. Je nach Dozent sind auch Gruppenarbeiten eingeplant. Durch die Mischung von Theorie und Patientenvorstellung kann man aus der ersten Psychiatriewoche sehr viel mitnehmen. Die zweite Woche steht dann ganz im Zeichen der Klinik in den Rheinischen Landeskliniken. Dort wird man zu zweit auf eine der offenen oder geschlossenen Abteilungen für Suchterkrankungen, Kinder und Jugendpsychatrie, Allgemeinpsychatrie oder Gerontopsychatrie verteilt. Man geht mit den Ärzten auf Visite und darf auch mal die eine oder andere Anamnese erheben. Hier bekommt man als Student wirklich neue Eindrücke und kann eine ganze Menge lernen. Die anfängliche Scheu lässt sehr schnell nach und wenn sich euch die Gelegenheit ergibt eine eigene Anamnese zu erheben, solltet ihr sofort zuschlagen. In den letzten Jahren war es eigentlich immer so, dass mit dem Besuch der Veranstaltung plus Fachschaftsskript/ -fragensammlung und bei Bedarf plus Vorlesungsbesuch die Klausur sehr gut zu bestehen war. In den letzten beiden Semestern traf dies aber leider plötzlich nicht mehr zu, weil die Fragen sehr viel schwerer, spezieller und unkalkulierbarer waren als vorher. Ob die Psychiatrie-Klausur ab jetzt immer so viel schwerer wird, bleibt abzuwarten.

 

Spezielle Pharmakologie
Der Kurs Spezielle Pharmakologie findet immer montags im Lehrgebäude statt und ist Teil des Querschnittbereiches. Die Seminare variieren je nach Dozent und Thema von extrem informativ bis hin zu eher ermüdend, bieten aber eine wirklich gute Möglichkeit die wichtigsten Wirkstoffe und auch Krankheitsbilder noch einmal kurz und knapp zu wiederholen. Der Unterschied zur allgemeinen Pharmakologie ist, dass hier mehr auf die Klinik, Indikationen, Nebenwirkungen etc. gelegt wird, und weniger auf die Mechanismen wie die Medikamente genau wirken. Die Seminare sind Pflicht und man hat lediglich einen Fehltermin. Die Klausur zum Ende hin ist fair und befasst sich in der Regel mit relevanten Fragestellungen und ermöglicht das Bestehen auch mit guter Note. Die Dozenten kommen hierbei aus verschiedenen Fachbereichen und legen häufig dementsprechend die Schwerpunkte in ihren Seminaren. Insgesamt ergibt sich eine gute Mischung, die den Kurs lohnenswert macht. Positiv zu erwähnen bleibt außerdem, dass die Pharmakologen am Venusberg durch ihre hervorragende Organisation bestechen. Alles ist im Voraus geplant und man wird immer rechtzeitig über Änderungen informiert und über alles auf dem Laufenden gehalten. Dazu trägt vor allem Frau Ahlemeyer bei, die stets gut gelaunt bleibt und immer ein offenes Ohr für die Probleme der Studierenden hat und sogar die Nacht vor der Klausur nicht schlafen kann, weil sie hofft, dass alle Studenten es schaffen. Dafür gilt ihr besonderer Dank!

Neurologie/Neurochirurgie/Epileptologie
Dieses Blockpraktikum ist wirklich eines der Besten am Venusberg. Es erstreckt sich über zwei Wochen, wobei eine Woche komplett vom Fach Neurologie ausgefüllt wird. Hierbei ist für die gesamte Woche ein Oberarzt für die Lehre abgestellt und beschäftigt sich auch durchweg die ganze Zeit mit den Studierenden. Die Tage bestehen aus Seminaren, in denen man Vorträge zu einzelnen Krankheitsbildern hört und Themen erarbeitet (Neurostatus erheben, neurologische Anamnese und natürlich die wichtigsten Krankheitsbilder). Die Hälfte des Vormittags verbringt man dann auf der Station, wo man in kleinen Gruppen(2-3 Leute) eine Anamnese bei einem Patienten erhebt. Anschließend werden die Patienten dann vorgestellt und mit den anderen diskutiert und besprochen. Das Ganze ist relativ ausführlich und bringt wirklich eine Menge. Vor allem ist es nicht eine dieser unsagbar langweiligen Aufnahmen, die dann im Nachhinein sowieso nicht mit dem Arzt besprochen werden. Man kann endlich Krankheitsbilder anhand von Patienten und klinischer Untersuchung erlernen und erarbeiten. Außerdem sind auch die Neurologen extrem gut organisiert und man bekommt immer alle Informationen rechtzeitig. Die zweite Woche ist aufgeteilt in zwei Tage Neurochirurgie und zwei Tage Epileptologie, wobei man hier noch einen halben Tag in der Neuropathologie verbringt. Grundsätzlich gilt für jeden Teil, dass auch hier Oberärzte abgestellt sind, die die Studierenden über den Tag begleiten und sich mit der Lehre extrem viel Mühe geben. In der Neurochirurgie beginnt der Tag mit einem Seminar mit Kaffee und Keksen (ja genau, die sind für EUCH, wir haben uns anfangs auch nicht getraut dranzugehen weil wir dachten das wäre sicher für irgendjemand anderen). Die Seminare umfassen auch hier immer die wichtigsten Krankheitsbilder und sind sehr gut und informativ. Auf Nachfrage kopiert der Dozent einem von Euch die Präsentationen des Kurses auf einen USB-Stick, die Dateien könnt Ihr dann gerne zur Fachschaft bringen, damit jeder sie sich dort abholen kann. Wir haben zwar noch Dateien von den vergangenen Semestern, aber falls mal etwas geändert wird wäre es natürlich gut in jedem Semester die neueste Version zu haben. Anschließend geht es dann Entweder in den OP oder auf die Intensivstation. Im OP bekommt man dann mit dem Oberarzt eine kleine Führung, darf überall mal schauen und kann wirklich eine Menge sehen und lernen. Es wird alles erklärt, von den OP-Methoden bis hin zu MRT/CT-Bildern. Auf der Intensivstation bekommt man beigebracht, wie man die intensivmedizinischen Patienten untersucht und betreut.Die Tage in der Epileptologie sind ebenfalls gut strukturiert und auch hier gibt es gut aufgebaute Seminare in denen einem Grundlagen der Epileptologie, sowie deren Behandlung nahe gebracht werden. Dies wird zum Teil anhand von Filmen verdeutlicht, aber auch Besuche und Anamnesen auf der Station gehören zum Programm. Es bleibt zu sagen, dass es sich bei diesen zwei Wochen wirklich um ein sehr gut organisiertes und klar strukturiertes Praktikum handelt, bei dem man als Student eine Menge mitnehmen kann. Die Klausur im Fach Neurologie, besteht aus Multiple Choice Fragen im Bereich Epileptologie und Neurologie, sowie offenen Fragen im Bereich Neurochirurgie. Auch hierfür gibt es in der Fachschaft Skript und Fragensammlung, außerdem findet Ihr auf der Homepage der Neurologen einen ausführlichen Stoffkatalog.

QB 12 Reha und Naturheilverfahren
Über den Teil Naturheilverfahren herrscht unter Studenten eine geteilte Meinung. Die einen sagen es wäre Zeitverschwendung sich mit Schüßler-Salzen und Globuli beschäftigen zu müssen, andere halten viel davon. Wieder andere sind der Meinung, dass man, auch wenn man selber nichts davon hält, doch zumindest wissen sollte worum es dabei geht und welche Pharmaka es gibt, falls Patienten danach fragen. Die Gestaltung der einzelnen Kurstage hängt sehr vom jeweiligen Dozenten ab, von langweiligen Monologen über anschauliche Demonstrationen (z.B. das Schröpfen eines Studenten) bis zu engagierten Diskussionen über den Sinn und Unsinn von Homöpathie war alles dabei. Der Reha-Anteil ist nur relativ klein und beschränkt sich daher auf die wichtigsten Themen wie neurologische und orthopädische Reha. Es kann sicher keinem schaden davon mal gehört zu haben. Die Klausurfragen sind sowohl in NHV als auch in Reha mit den Kursunterlagen gut beantwortbar.

QB 7 Geriatrie
Für denjenigen der in Pharma und Innere gut aufgepasst hat, gibt es im Geriatriekurs nicht sehr viel Neues. Ein wenig Neues aber schon, und zwar wird darauf eingegangen was eigentlich ein geriatrischer Patient ist, und was bei ihm „anders„ ist als bei anderen Patienten, vor allem was die Pharmakotherapie angeht. Auch auf ethische Probleme, die im Umgang mit alten, multimorbiden Patienten auftreten können, wird eingegangen. Die Dozenten sind sehr motiviert und schaffen es trotz der großen Überschneidungen mit Pharma und Innere meistens die Studenten bei der Stange zu halten. Die Klausurfragen sind sehr fair und mithilfe der Kursunterlagen (Ilias) zu beantworten.