6. klinisches Semester

Je eine Woche Praktikum in Gynäkologie und Kinderheilkunde und – für die, die es noch brauchen – eine Woche in Allgemeinmedizin (eine Woche in einer Praxis – wie im GKU 1:1-Betreuung durch die engagierten Lehrärzte) sowie das Wahlfach (Aufwand nach Fach unterschiedlich) plus die letzten QB-Seminare – das war’s mit den Pflichtveranstaltungen im sechsten Semester! Hört sich nach viel an, ist es aber nicht! In diesem Semester findet sich also noch einmal jede Menge Zeit das zu tun, was man schon während des ganzen Studiums erledigen wollte: Die Doktorarbeit fertig schreiben (oder anfangen???), Freunde besuchen, eine Familie gründen, durch die Welt reisen, Vorlesungen besuchen und schlussendlich kann man natürlich, wenn man denn gar nichts anderes vorhat, auch schon mal anfangen, sich emotional auf das PJ einzustellen.

 

Kinderheilkunde
Das Kinderheilkunde-Blockpraktikum findet in der Adenauerallee eine Woche ganztags statt und beginnt am Montag mit der Frühbesprechung. Dort werdet ihr von Prof. Breuer begrüßt und auf eure jeweiligen Stationen eingeteilt. Jeder Student wird einer Station/Ambulanz zugeteilt und bekommt einen Arbeitsplan mit praktischen und theoretischen Aufgaben. Neben der Stationsarbeit gibt es in der Woche zwei Virtuelle Patienten (ViP), zwei praktische Übungen und ein Seminar vom zuständigen Oberarzt. In den praktischen Übungen werden Techniken zur Lumbalpunktion und Reanimation an Puppen erklärt und geübt. Neben den Ärzten auf den Stationen gibt es auch studentische Tutoren, die ihr jederzeit bei Problemen und Fragen ansprechen könnt. Beim Bearbeiten des Arbeitsplanes helfen euch die studentischen Tutoren und die Assistenzärzte der Stationen. Dabei geht es u.a. um verschiedene Untersuchungstechniken, eine EKG-Interpretation, Röntgenbild- und Ultraschallbefundung. Zusätzlich müsst ihr am Ende der Woche einen Patienten von eurer Station in einer kurzen Präsentation vorstellen. Den Vortrag sollt ihr dann ausgedruckt zusammen mit dem Arbeitsplan im Sekretariat bei Fr. von Hagen abgeben. Am Ende des Semesters gibt es eine Klausur die auf der Vorlesung basiert, daher ist es nicht schlecht sich die Vorlesung mal anzuschauen. Für den Praktikumsschein müsst ihr die OSCE (objective structured clinical examination)- Prüfung bestehen, eine im letzten Semester neu eingeführte Prüfungsform, in der ihr in 6 Stationen à 6 Minuten eure praktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen müsst. Trotz der Neuartigkeit dieser Prüfungsform ist im letzten Semester kaum jemand durchgefallen, es ist aber ratsam, sich insbesondere den Arbeitsplan, die ViPs und die prakt. Übungen sehr gut anzugucken, außerdem gibt es einen Lernzielkatalog auf ILIAS und vor den Prüfungen noch einen Übungstermin im Skills-Lab der Kinderklinik.

 

Gynäkologie
Das Gynäkologie-Praktikum findet wie der Kinderblock über eine Woche ganztags statt. Im Blockpraktikum stehen vor allem Stationsalltag, Visiten, OPs und Ambulanzen auf dem Plan. Ihr bekommt am Anfang des Praktikums einen Rotationsplan auf dem steht wann ihr in welcher Abteilung eingeteilt seid. Bei Geburten kann meistens leider nicht zugesehen werden, es gibt aber die Möglichkeit an einem Dienst teilzunehmen und so auch diesen Bereich der ärztlichen Tätigkeit zumindest einmal im Leben gesehen zu haben Einblick zu bekommen. Insgesamt kommt es beim Gynäkologie-Praktikum sehr darauf an auf welcher Station ihr eingeteilt seid. Häufig gibt es nicht viel zu tun. In den Funktionsbereichen habt ihr eher die Chance ein paar interessante Fälle zu sehen oder vielleicht sogar selber einmal in der Pränataldiagnostik den Schallkopf zu schwingen. Leider kommt es häufig vor, dass man auf den Stationen bei der Visite vor der Tür warten muss oder bei Untersuchungen nicht dabei sein darf. Am Ende der Woche müsst ihr kurz einen Fall vorstellen. Die Stationsärzte helfen euch bei der Vorbereitung und besorgen euch z.B. auch Ultraschallbilder, die ihr für eure Präsentation verwenden könnt. Eure Präsentation wird anschließend benotet (dafür bekommt ihr euren Blockpraktikumsschein). Die Klausur zur Vorlesung Gynäkologie könnt ihr entweder im 5. oder im 6. Semester schreiben. Die Klausur ist nicht ganz einfach, aber mit ein wenig lernen gut zu bestehen.

Arbeitsmedizin
Nach der Approbationsordnung ist die Arbeitsmedizin ein eigenständiges Fachgebiet. Wesentliche Inhalte sind die Vermittlung von Wissen zur Vorbeugung, Erkennung und Behandlung arbeitsbedingter Einflüsse auf die Gesundheit und daraus resultierender Krankheiten, jedoch auch Themen wie Mutterschutz und Mobbing am Arbeitsplatz werden angesprochen. Von den Studierenden sind Leistungsnachweise zu erbringen, um zum 2.Abschnitt der Ärztlichen Prüfung zugelassen zu werden. Die Arbeitsmedizin wird in Absprache mit der Sozialmedizin als ebenfalls eigenständigem Fach gemeinsam in der ersten Hälfte des Semesters gelehrt. Es finden 4 Vorlesungen und 7 Seminare statt, der Leistungsnachweis erfolgt mittels einer schriftlichen Klausur (multiple choice) am Ende des Semesters.

Sozialmedizin
Nach der Approbationsordnung ist die Sozialmedizin ein eigenständiges Fachgebiet. Die Sozialmedizin untersucht die Wechselwirkungen zwischen Gesundheit und Krankheit sowie den sozialen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Bedingungen und Gegebenheiten unter ätiologischer, präventiver, rehabilitativer, gutachterlicher, versorgungs¬rechtlicher und ökonomischer Perspektive. Die Sozialmedizin wird in einem Verbundstundenplan mit der Arbeitsmedizin in der ersten Hälfte des Semesters gelehrt. Es finden 3 Vorlesungen und 7 Seminare statt. Das Seminar besteht zu fast 100% aus studentischen Seminaren.Von den Studierenden ist ein Leistungsnachweis zu erbringen, um zum 2.Abschnitt der Ärztlichen Prüfung zugelassen zu werden. Der Leistungs¬nachweis erfolgt mittels eines Gruppenreferats im Seminar sowie einer schriftlichen Klausur (Multiple Choice) am Ende des Semesters.

QBs
Zusätzlich zu dieser übersichtlichen Anzahl an Fächern, steht der QB Gesundheitssysteme und Gesundheitsökonomie und der QB Prävention auf dem Programm. Diese Fächer bestehen aus 5 bzw. 4 eineinhalbstündigen Terminen, an denen der Stoff in Klassenstärke von einem Dozenten erläutert wird. Für beide QBs sind Multiple Choice Klausuren am Ende des Semesters zu bestehen, die jedoch kein großes Pronblem darstellen.

Wahlfach
Das Wahlfach ist offiziell für das sechste klinische Semester vorgesehen, kann aber mit Erlaubnis auch vorgezogen werden. Welche Wahlfächer angeboten werden, hängt am Studiendekanat aus und ist im Internet auf der Seite des Studiendekanats einzusehen. Entscheidet euch anhand dieser Liste einfach für ein Fach und ruft unter den Kontaktdaten auf der Liste an. Die Ansprechpartner sagen Euch dann unter welchen Bedingungen ihr bei ihnen den Kurs belegen könnt und wann das möglich ist. Sicher ist nur, dass Ihr 42 Stunden absolvieren müsst und am Ende irgendwie benotet werdet. Die Gestaltung dieser Rahmenbedingungen wird von jedem Institut unterschiedlich gehandhabt: Eine Woche ganztags, zwei Wochen halbtags mitarbeiten oder immer freitags für ein paar Wochen arbeiten; mit Prüfung und ohne, eine Fallvorstellung, Praxistests etc. Das Wahlfach wird ganz unterschiedlich bewertet. Deshalb erkundigt euch einfach bei älteren Semestern, wo es sich lohnt das Wahlfach zu absolvieren. Die Idee des Wahlfachs, noch mal einen tieferen Einblick in ein vom Studierenden als interessant befundenes Fachgebiet zu bekommen und sich intensiver damit auseinander zu setzen, ist wirklich gut, leider versauert man aber meistens auf irgendwelchen Stationen und absolviert erneut eine Famulatur oder man ist mal wieder ohne Sinn und Verstand Schatten eines völlig überlasteten Assistenzarztes. Es gibt aber auch rühmliche Ausnahmen. Wichtig ist es nur sich frühzeitig um einen Platz zu bemühen, damit man nicht irgendeinen Platz annehmen muss, weil man mal wieder viel zu spät dran ist oder der Stundenplan es nicht anders erlaubt.