Dr. med.

Wenn Ihr endlich das Physikum hinter euch gelassen habt (oder auch später), könnt ihr langsam anfangen euch Gedanken zu machen, ob ihr

a) überhaupt promovieren wollt und
b) in welchem Umfang ihr promovieren möchtet.

Ihr solltet also klare Vorstellungen entwickeln, in welche Richtung es gehen soll… Experimentelle oder klinische Studie, theoretische oder statistische Arbeit? Und vor allem in welchem Bereich und bei welchem Betreuer(-in)/Doktorvater(-mutter). Wichtig ist es, bevor man anfängt, eine Doktorarbeit zu suchen, die eigenen Ziele und Interessen klarzustellen. Wenn man eine Arbeit für seine universitäre Karriere und Forschung sucht, eventuell sogar bereit ist, ein oder zwei Semester Auszusetzen, ist eine experimentelle Arbeit das Richtige. In diesem Fall sollte man ernsthaft an ein SciMed Promotionsstipendium denken, das nicht nur Reisekosten und Sachmittel beinhaltet, sondern auch die Promovenden mit dem Bafög-Höchstsatz unterstützt. So oder so ist eine gute Betreuung das Wichtigste überhaupt: Man kann jedem nur empfehlen das im Vorfeld gut zu überprüfen. Fragt die momentanen Doktorranden oder Leute aus höheren Semestern, damit es keine bösen Überraschungen gibt! Leider gibt es am Venusberg bisher keine Evaluation bezüglich Betreuung und Engagement. Auf der Fachschaftshomepage gibt es seit einiger Zeit eine Plattform, auf welcher die Institute ihre zu vergebenden Doktorarbeiten veröffentlichen können. Das wird auch rege wahrgenommen – also schaut mal auf unsere Seite. Ansonsten heißt es nach wie vor: Umhören, nachfragen, Augen und Ohren offen halten!
Darüber hinaus gibt es nächstes Semester wieder eine Promotionsbörse, auf der ihr wichtige Informationen und Kontakte bekommen sollt (s.u.). Solltet ihr euch dann für ein Thema entschieden haben ist es obligatorisch einen Doktorandenvertrag abzuschließen und im Promotionsbüro einzureichen. Eine Vorlage hierzu gibt es auf der Dekanatshomepage, allerdings solltet ihr diese speziell für eure eigene Arbeit entsprechend modifizieren. Der Vertrag steckt Rechte und Pflichten sowohl für Betreuer als auch den Doktoranden ab und gibt beiden eine gewisse Sicherheit. Außerdem muss man anhand des Vertrags bei Einreichen der Dissertation nachweisen, dass man mindestens 2 Semester an ihrer Fertigung gearbeitet hat. Die Promotion an sich ist eine akademische Prüfung, die die Fähigkeit zu eigenständiger, methodischer und systematischer Suche nach neuen Erkenntnissen in der Wissenschaft bestätigt. Solltet ihr eure Dissertation dann fertig haben, ist eine Anmeldung zur Promotion an den Dekan zu entrichten. Dieser bestellt dann 2 Professoren der Fakultät als Gutachter für die Arbeit, wobei der Erstgutachter meist der Betreuer der Arbeit ist. Dieser kann dann 3 Vorschläge zur Zweitbegutachtung benennen, aus welchen der Dekan einen Habilitierten auswählt, der einer anderen Klinik oder einem anderem Institut als der Erstgutachter angehört. Die Gutachten mit einer Benotung sollten innerhalb von 8 Wochen zurück an den Dekan gehen, welcher diese dann an die Promotionskommission weitergibt. Die Promotionskommission besteht aus 8 Mitgliedern (6 Habilitierten, ein/e wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in sowie ein/e Student/in aus dem klinischen Abschnitt) und trifft sich für gewöhnlich alle 14 Tage. Bei diesen Treffen werden insbesondere noch einmal die formalen Voraussetzungen der Dissertation geprüft (s. Merkblatt im Dekanat). Anschließend entscheidet der Dekan nach Beratung durch die Promotionskommission über die Annahme und Bewertung der Promotion. Im Anschluss daran bestimmt der Dekan zwei Prüfer für die mündlichen Prüfungen (in den meisten Fällen sind dies die beiden Gutachter), welche in zwei Einzelprüfungen innerhalb eines Jahres nach Zulassung zur Promotion die Prüfung abnehmen müssen. Folgende Noten werden für eine Dissertation vergeben:

 

Summa cum laude („ausgezeichnet”): eine Erstautorenschaft muss vorliegen.
Magna cum laude („sehr gut”): eine Coautorenschaft muss vorliegen oder die Arbeit muss zur Veröffentlichung eingereicht worden sein.
Cum laude („gut”),
Rite („genügend“).

 

Und habt Ihr dann schließlich all diese Hürden durchlaufen und eine der oben genannten Noten in der Tasche kommt es zum Vollzug der Promotion. Zweimal im Jahr (Juni und November) werden die Urkunden im Rahmen einer Promotionsfeier vom Dekan übergeben und ihr habt es geschafft! Der Titel ist Euer…. Euch allen viel Erfolg und Spaß mit Eurer Doktorarbeit . Wichtig: Für weitere Informationen verweisen wir auf die Promotionsordnung unserer Fakultät und die Hinweise des Promotionsbüros, alles zu finden auf der Homepage des Dekanates!! Viele weitere allgemeine Informationen zum Thema „Promotion“ gibt es auf der Homepage von Thieme/ViaMedici. Ein Blick lohnt sich…