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AG cardiorenal crosstalk and ceramide metabolism in cardiovascular disease

PD Dr. Andreas Zietzer

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen weltweit die häufigste Todesursache beim Menschen dar. Einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Gefäß- und Klappenerkrankungen des Herzens ist die chronische Nierenerkrankung. Eine Fehlfunktion der Niere führt zu einer Störung des Kalzium-Phosphat-Haushalts sowie zur Anreicherung urämischer Toxine. Zu Letzteren zählt Indoxylsulfat, ein im Darm entstehendes urämisches Toxin, das nachweislich die Endothelfunktion schädigt und Entzündungsprozesse auslöst. Ein Schwerpunkt unserer Arbeitsgruppe liegt daher auf der Untersuchung der Rolle von Nierenerkrankungen – insbesondere von Indoxylsulfat – bei der endothelialen Schädigung, der Verkalkung der Aortenklappe und der Bildung von Aortenaneurysmen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt unserer Gruppe ist der Ceramidstoffwechsel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ceramide sind biologisch aktive Sphingolipide, die durch ein komplexes Netzwerk von Enzymen gebildet werden. Die zellulären Ceramidspiegel steigen als Reaktion auf Hyperglykämie und TNF-α-Signale an und sind an Apoptose sowie der Aktivierung des Inflammasoms beteiligt. Bei Patient:innen sind erhöhte Ceramidkonzentrationen im Blut mit kardiovaskulären Ereignissen assoziiert. Um ceramidvermittelte Effekte gezielt zu beeinflussen, konzentrieren wir uns auf zwei Schlüsselenzyme: Ceramidsynthase 5 und neutrale Sphingomyelinase 2. Unser Ziel ist es, Mechanismen zur Hemmung der Aortenklappenstenose zu identifizieren sowie endotheliale Schädigungen zu reduzieren. In unseren Forschungsprojekten führen wir molekulare und zelluläre Studien durch, übertragen die Ergebnisse in Tiermodelle und validieren unsere Befunde an humanem Gewebe. Damit decken wir das gesamte translationale Spektrum von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Anwendung („bench to bedside“) ab.

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