Instagram E-Mail
fsmedizinbonn@gmail.com

AG Mangold

PD Dr. Elisabeth Mangold

Genetische Ursachen Orofazialer Spalten

Genetische Ursachen Orofazialer Spalten Das übergeordnete Ziel unserer Forschungsarbeiten ist ein besseres Verständnis der Ätiologie nicht-syndromaler orofazialer Spalten. Hierzu haben im Jahre 2004 damit begonnen, eine große Zahl von DNA-Proben von Betroffenen (Patienten mit nicht-syndromaler LKGS oder nicht-syndromaler GS), ihren Angehörigen und Kontrollpersonen zu sammeln. Unterstützt wurden wir dabei unter anderem von der Poliklinik für Kieferorthopädie sowie der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Bonn. Das Kollektiv wird laufend erweitert, wir freuen uns auch weiterhin über Teilnehmer an unserer Studie. Die DNA-Proben sind die Basis der im Folgenden kurz dargestellten molekulargenetischen Arbeiten. Wir verfolgen verschiedene molekulargenetische Strategien zur Identifizierung von Genen/genetischen Loci, die ursächlich an der Pathogenese nicht-syndromaler LKGS und GS beteiligt sind. Im Fokus unserer Arbeiten liegt derzeit die nicht-syndromale LKGS, da wesentlich mehr unserer Studienteilnehmer eine LKGS haben. Bislang wurden eine Kopplungsstudie, mehrere Sequenzierungsstudien und zahlreiche Assoziationsanalysen an Kandidaten-Genen sowie zwei genomweite Assoziationsanalysen vorgenommen. Wir führten außerdem die Daten unserer genomweiten Assoziationsstudie mit den Ergebnissen einer genomweiten Assoziationsstudie eines US-amerikanischen Konsortiums in einer Meta-Analyse zusammen, und untersuchten die Risiko-Gen-Orte für die nicht-syndromale Lippen-Kiefer-Gaumenspalte hinsichtlich eines möglichen Einflusses auf faziale Maße in der Allgemeinbevölkerung. Unsere Arbeitsgruppe hat damit in den letzten Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung der genetischen Ätiologie der nicht-syndromalen LKGS geleistet. Zum kompletten Verständnis der Ätiologie der nicht-syndromalen LKGS und GS sowie der ihr unterliegenden molekularen Prozesse werden zunehmend interdisziplinäre Untersuchungen benötigt, in denen genetische, bioinformatische und funktionelle Expertisen zusammengeführt werden. Unsere Arbeitsgruppe hat dafür internationale Kollaborationen etabliert. Ein besseres Verständnis der genetischen Ursachen wird präzisere Aussagen zu Wiederholungswahrscheinlichkeiten von Betroffenen und ihren Familien in der genetischen Beratung ermöglichen. Zukünftig könnte dann pränatal nach mittels Ultraschall gestellter Diagnose „orofaziale Spalte“ auch das Spektrum prognostisch relevanter genetischer Untersuchungen deutlich erweitert werden. Zudem stellt die Kenntnis der genetischen Ätiologie eine solide Basis für die zukünftige Entwicklung spezifischer präventiver Maßnahmen dar.

Mehr Informationen: hier