Dr. Henrik Rohner
Klinische Suchtmedizin
Die Behandlung von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen stellt selbst innerhalb der Psychiatrie Behandlerinnen und Behandler häufig vor große Herausforderungen. Nach wie vor kommt es bei Menschen mit Substanzgebrauchsstörungen oft zu vorzeitigen Behandlungsabbrüchen, dysfunktionalen Verhaltensweisen, Rückfällen oder (mitunter lebensbedrohlichen) Überdosierungen verschiedener Substanzen. Die Ursachen dieser Schwierigkeiten in der Therapie von Menschen mit Substanzkonsumstörungen weiter aufzuschlüsseln ist maßgebliches Ziel unserer Arbeitsgruppe. Die Zusammenhänge zwischen anderen psychischen Erkrankungen wie dem Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom, der Posttraumatischen Belastungsstörungen, Persönlichkeitsstörungen oder auch Psychosen und Abhängigkeitserkrankungen stehen hierbei im Fokus der Forschungsbemühungen. Es ist belegt, dass Substanzgebrauchsstörungen einerseits die Entstehung psychischer Erkrankungen begünstigen. Andererseits entstehen Substanzkonsumstörungen häufig aber auch als Folgeerscheinung von anderen psychischen Erkrankungen. Das gemeinsame Auftreten dieser Erkrankungen erschwert zudem die Behandlung der Betroffenen enorm. Es besteht eine enge Kooperation zu anderen Arbeitsgruppen der Klinik wie die Forschungsgruppe Psychotraumatologie oder auch zum ADHS-Forschungsbereich. Da die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn einerseits eine Spezialstation für die Behandlung von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen vorhält sowie auch die Diamorphinambulanz zur Substitutionsbehandlung langjährig Opiatabhängiger betreibt, ist es ein weiterer Schwerpunkt unserer Forschungsgruppe, die klinische Versorgung von Menschen mit Substanzkonsumstörungen durch innovative Behandlungskonzepte zu optimieren und diese Konzepte wissenschaftlich zu evaluieren.
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