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AG Zimmer/Balling

Prof. Dr. Andreas Zimmer/ Prof Dr. Rudi Balling

Tiermodelle psychiatrischer Erkrankungen Wir interessieren uns für die Rolle von Neuromodulatoren (Endocannabinoide, Opioide, D-Serin) bei psychiatrischen Störungen. Zu diesem Zweck haben wir eine Reihe von genetischen Tiermodellen entwickelt, denen die Überexpression der interessierenden Gene fehlt. Anhand dieser Tiere untersuchen wir, wie diese Modulatoren die Anatomie des Gehirns (z. B. morphologische Veränderungen in bestimmten Hirnstrukturen), die Physiologie und Biochemie (z. B. Ungleichgewicht oder Dysfunktion von Neurotransmittern) sowie das Verhalten der Tiere beeinflussen. Im Allgemeinen bezieht sich der Begriff „Verhalten“ auf die Art und Weise, wie ein Organismus unter bestimmten Bedingungen oder in Bezug auf bestimmte Umstände handelt. Er stellt das endgültige integrierte Ergebnis genetischer, biochemischer, physiologischer und neuronaler Prozesse dar. Verhaltensphänotypen sind oft relevant für psychiatrische Störungen und können spezifische Aspekte menschlicher Krankheitssyndrome widerspiegeln. Diese Tiere ermöglichen somit experimentelle Forschungen zur Untersuchung der Ätiologie und Pathologie psychiatrischer Störungen und tragen zur Entwicklung neuartiger Pharmakotherapien bei. Psychiatrische Störungen sind stark vererbbar und wie die meisten anderen häufigen Störungen komplex. Das bedeutet, dass eine Kombination vieler häufiger Genvarianten den größten Teil der genetischen Risikolast ausmacht, während jedes einzelne Gen nur einen geringen Einfluss hat. Zusätzlich zur genetischen Risikolast bestimmen bei komplexen Störungen Umweltfaktoren in hohem Maße den Ausbruch und den Schweregrad der Erkrankung. Wichtig ist, dass wir für unsere genetischen Mausmodelle eine Umgebung schaffen können, die die Bedingungen nachahmt, die psychiatrische Störungen beim Menschen verursachen, z. B. chronischer Stress oder Drogenmissbrauch. Unsere Studien befassen sich daher auch mit der Frage, wie eine Kombination aus genetischen und umweltbedingten Faktoren letztendlich zur Entwicklung psychiatrischer Erkrankungen wie Sucht, Stimmungs- oder Stressstörungen führt. Neuroinflammation und Altern Neuroinflammation bezeichnet die Aktivierung von Immunzellen im Zentralnervensystem (ZNS) als Reaktion auf eine Vielzahl von Reizen, darunter Infektionskrankheiten, Autoimmun- oder neurodegenerative Erkrankungen, periphere Nervenschäden oder Stress. Obwohl das ZNS aufgrund der Blut-Hirn-Schranke (BHS) lange Zeit als immunologisch privilegierter Ort galt, gibt es mittlerweile zahlreiche Hinweise darauf, dass die Immunfunktionen des ZNS durch aktivierte residente Mikrogliazellen und infiltrierende Immunzellen vermittelt werden. Diese neuroinflammatorische Reaktion kann schützende, aber auch schädliche Auswirkungen haben und wird daher als „zweischneidiges Schwert“ bezeichnet. Unsere Forschung konzentriert sich auf die potenzielle Doppelrolle von Antigen-präsentierenden Zellen, mit besonderem Schwerpunkt auf Mikroglia und immigrierenden dendritischen Zellen (DCs). Wir untersuchen diese Frage anhand von gen-spezifischen, konditionalen Knockout- oder Knochenmark (BM)-chimären Mäusen in Mausmodellen für chronische Schmerzen, Alzheimer, Multiple Sklerose oder infektiöse Enzephalitis.

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