Auslandssemester

Mit ERASMUS ins Ausland

Den eigenen Horizont erweitern, ein anderes Studien- und Gesundheitssystem kennenlernen, neue Sprachkenntnisse erwerben ... es gibt viele gute Gründe, der Bonner Uni eine Zeit lang den Rücken zuzuwenden und im Ausland zu studieren. Bonn hat eine außergewöhnlich große Zahl von Partneruniversitäten, so dass es relativ leicht ist, einen ERASMUS-Platz zu erhalten. Gegenüber der kaum noch erfolgreichen eigenen Organisation eines Auslandsstudiums bietet das ERASMUS-Programm die Vorteile, dass der Platz (ohne Studiengebühren), eine gesicherte Anerkennung der erbrachten Studienleistungen und ein finanzieller Mobilitätszuschuss (s.u.) geboten werden.

Wer kann sich bewerben?

Jeder an der Uni Bonn eingeschriebene deutsche Medizinstudierende sowie ausländische Studierende, die ein humanmedizinisches Vollstudium an der Universität Bonn absolvieren, können sich für eine Teilnahme am ERASMUS-Programm bewerben. Am besten eignen sich der zweite Studienabschnitt II (3.-6. klin. Semester) oder die PJ-Tertiale für ein Auslandsstudium. Der zweite klinische Abschnitt empfiehlt sich, da es in diesen zwei Jahren eine relativ große Flexibilität in der Fächerwahl gibt und es organisatorisch einfacher ist, Studienverzug zu vermeiden, z.B. in dem Fall, dass einzelne Scheine aufgrund der curricularen Gegebenheiten an der Partnerhochschule nicht in der benötigten Form erworben werden können. Im ersten (vorklinischen) Studienabschnitt findet aus kapazitätsrechtlichen Gründen grundsätzlich kein Studienaustausch statt.

PJ

Wer zum PJ ins EU-Ausland möchte, kann sich auch für die ERASMUS-Praktikumsförderung bewerben, der Platz muss allerdings selbst besorgt werden. Für 2011/2012 hat es jedoch einen drastischen Einbruch der Fördergelder gegeben. Daher empfehlen wir allen zuvor noch nicht über das ERASMUS-Programm geförderten Studierenden sich für PJ-Tertiale an den Partner-Unis über das reguläre ERASMUS-Studienprogramm zu bewerben. Für das ERASMUS-Praktikumsprogramm stehen grundsätzlich alle vom LPA anerkannten Lehrkrankenhäuser in den 27 EUMitgliedsstaaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Türkei offen. Derzeit liegt die Fördersumme bei 250 € pro Monat. Wegen der geringen Platzzahl werden Studierende mit Praktikumsvergütung oder Förderung durch Stiftungen in der Auswahl nachrangig behandelt und können daher derzeit nicht mehr gefördert werden. Die Mindestaufenthaltsdauer beträgt drei Monate, aus diesem Grund ist ein gesplittetes Tertial nicht förderfähig. Nähere Infos gibt es vom Erasmus-Büro nach der PJ-Anmeldung.

Mit welchen Ländern bestehen Austauschprogramme?

Als Bonner Medizinstudent kann man über ERASMUS in folgenden Ländern studieren: Belgien (Brüssel, Antwerpen), Dänemark (Kopenhagen), Finnland (Kuopio, Turku), Frankreich (Caen, Lille, Paris, Rennes, Straßburg), Griechenland (Thessaloniki, Heraklion/Kreta), Island (Reykjavik), Italien (Ancona, Bari, Perugia, Neapel, Pavia), Norwegen (Oslo), Österreich (Graz, Innsbruck, Wien), Polen (Bialystok, Katowice, Krakau), Portugal (Lissabon, Coimbra), Schweiz (Lausanne), Spanien (Barcelona, Granada, La Laguna/Teneriffa, Oviedo, Reus, Valencia, Valladolid, Zaragoza), Tschechien (Prag), Türkei (Istanbul) und Ungarn (Budapest, Debrecen). Und Großbritannien?
Da die ERASMUS-Programme auf bilateralem Austausch beruhen und die Nachfrage nach Studienplätzen in Deutschland aus anglophonen Ländern nicht besonders hoch ist, können leider keine Studenten mehr dorthin vermittelt werden. Es gibt aber an den Universitäten Antwerpen, Krakau, Budapest, Oslo und Prag die Möglichkeit, englischsprachige Kurse zu belegen. Es besteht natürlich die Möglichkeit, über die ERASMUSPraktikumsförderung einen selbstbesorgten PJ-Platz in Großbritannien zu fördern.

Bekomme ich meine Scheine anerkannt?

Durch das ECTS-System (ECTS – European Credit Transfer System), dem die meisten Partneruniversitäten angeschlossen sind und das die erbrachten Leistungen in Credit Points umrechnet, werden Studienleistungen
miteinander vergleichbar und die mitgebrachten Scheine können in der Regel problemlos anerkannt werden. Die Vergleichbarkeit und mögliche Anerkennung der angestrebten Scheine sollte aber in jedem Fall vor dem Auslandsaufenthalt detailliert abgesprochen werden.Bekomme ich finanzielle Unterstützung? Teilnehmer am ERASMUS-Studienprogramm erhalten einen Mobilitätszuschuss von derzeit 170 € pro Monat, dessen Höhe jeweils von der verfügbaren Gesamtsumme und der Zahl der Teilnehmenden abhängt. ERASMUS-Teilnehmer (Studium oder Praktikum), die in ein Land mit einer weniger verbreiteten und unterrichteten Sprache gehen, können sich für einen kostenfreien Intensivsprachkurs mit zusätzlichem Zuschuss im Gastland bewerben (gilt nicht für Englisch, Französisch oder Spanisch). Außerdem kann Auslandsbafög beantragt werden, und die im Ausland studierte Zeit wird NICHT auf die Förderungshöchstdauer angerechnet! Des weiteren besteht die Möglichkeit, sich für die Dauer des Auslandsaufenthaltes von den Studiengebühren befreien zu lassen.

Wann bewerbe ich mich?

Die Bewerbungsfrist läuft bis Anfang Januar. Das Bewerbungsverfahren gilt jeweils für das ganze Studienjahr, unabhängig davon, ob man beide Semester oder nur das Winter- bzw. Sommersemester ins Ausland gehen will.

Wo gibt es mehr Infos?

Im Studiendekanat sind Erfahrungsberichte ehemaliger ERASMUS-Studenten erhältlich, und auf der ECTSHomepage (http://www.med-ects.org/) bekommt ihr Infos über die einzelnen Partnerunis.Bei konkreten Fragen wendet ihr euch an dasERASMUS-Büro im Studiendekanat:
Martina Niesen, Claudia Schmidt, Tel: 287-14676.
erasmus@ukb.uni-bonn.de